{"id":23,"date":"2025-02-24T12:27:58","date_gmt":"2025-02-24T11:27:58","guid":{"rendered":"https:\/\/zimmibleibt.de\/?page_id=23"},"modified":"2025-02-24T13:21:58","modified_gmt":"2025-02-24T12:21:58","slug":"das-zimmermannsche-waeldchen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/zimmibleibt.de\/?page_id=23","title":{"rendered":"Das Zimmermannsche W\u00e4ldchen"},"content":{"rendered":"\n<p>Der ca 2,4 Hektar gro\u00dfe Wald an der Ecke Burloh\/ Grevener Stra\u00dfe in M\u00fcnster Kinderhaus ist gef\u00e4hrdet, weil die Firma Stroetmann, der das Grundst\u00fcck geh\u00f6rt, dort bauen m\u00f6chte. Wir stellen uns entschieden gegen diese Pl\u00e4ne.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Wert des Zimmermannschen W\u00e4ldchens<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Klimawandel ist nicht nur in aller Munde, sondern auch in jedem neuen D\u00fcrresommer ganz real sp\u00fcrbar. Wenn wir die lokalen wie globalen Folgen zumindest m\u00f6glichst gering halten wollen, m\u00fcssen wir bestehende W\u00e4lder, so klein sie auch sein m\u00f6gen, sch\u00fctzen. Auch f\u00fcr das lokale Kleinklima hat der Wald zahlreiche positive Effekte: Er dient als Frischluftquelle und im Sommer als Abk\u00fchlung, er filtert Schadstoffe aus der Luft und reduziert den L\u00e4rm der viel befahrenen Grevener Stra\u00dfe f\u00fcr die Menschen, die direkt hinter dem Wald leben. Und im Wald ist auch viel Leben: Flederm\u00e4use, V\u00f6gel und zahlreiche Pflanzen sind dort zu Hause, darunter auch seltenere V\u00f6gel wie Waldkauz, Schwanzmeise und Tannenmeise. Die zahlreichen H\u00f6hlen in den alten B\u00e4umen sind gerade in dicht besiedelten St\u00e4dten selten gewordener Lebensraum.<br>Wer das W\u00e4ldchen kennt, wird au\u00dferdem bemerkt haben, dass hier viele Menschen zum Spielen oder Spazierengehen unterwegs sind, denn es ist eine der verbliebenen kleinen gr\u00fcnen Inseln im Stadtteil.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stroetmanns Pl\u00e4ne und PR-L\u00fcgen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Lange wurde es geleugnet, doch seit Anfang 2023 ist offiziell, was wir schon lange annahmen: Stroetmann will den Wald komplett zerst\u00f6ren, um dort einen Edeka zu bauen.<br>Momentan ist die Fl\u00e4che offiziell Wald. Die Firma Stroetmann darf dort, weil es ihr Wald ist, Forstwirtschaft betreiben, allerdings nur, wenn das ordnungsgem\u00e4\u00df geschieht. Davon kann jedoch nicht die Rede sein. Schon mehrfach beauftragte Stroetmann Baumf\u00e4llfirmen, die dort gezielt innerhalb k\u00fcrzester Zeit m\u00f6glichst viel Schaden anrichten sollten und zahlreiche, teils weit \u00fcber 100j\u00e4hrige B\u00e4ume f\u00e4llten. Das Resultat ist erschreckend. Doch so traurig der jetzige Zustand im Vergleich zu fr\u00fcher auch ist: Noch ist hier ein Wald, zahlreiche alte B\u00e4ume stehen noch. Max und Lutz Stroetmann versuchen es so darzustellen, als handle es sich mittlerweile bei der Fl\u00e4che um eine Brache und als seien ihre Pl\u00e4ne Verbesserungen. Das ist reiner Propaganda-Unsinn. Der Wald ist trotz aller gezielten Zerst\u00f6rungsaktionen noch immer ein wertvolles Biotop und jede Versiegelung Abwertung.<br>Um Kritik zu bes\u00e4nftigen, behauptete Stroetmann, die F\u00e4llungen seien &#8222;Verkehrssicherungsma\u00dfnahmen&#8220;. Und das, obwohl im Zimmermannschen W\u00e4ldchen auch laut zust\u00e4ndiger Forstbeh\u00f6rde gar keine Verkehrssicherungspflicht besteht. Gesunde B\u00e4ume f\u00e4llen ist nichts als Zerst\u00f6rung mit dem Ziel, den Wald weniger wertvoll zu machen. Doch egal wie viel Stroetmann dort zerst\u00f6rt: Um dort bauen zu d\u00fcrfen, m\u00fcsste der Charakter des Grundst\u00fccks offiziell ge\u00e4ndert werden, der Wald m\u00fcsste entwidmet werden. Die Chancen, die Stadtpolitik zu \u00fcberzeugen, aus dem einst g\u00fcnstig erworbenen Waldgrundst\u00fcck wertvolles Bauland zu machen, stehen nat\u00fcrlich viel besser, wenn im Wald dort kaum noch alte B\u00e4ume stehen. Um die Edeka-Pl\u00e4ne noch etwas besser verkaufen zu k\u00f6nnen und als sch\u00f6ner darzustellen, hat sich Stroetmann au\u00dferdem noch dahingehend ge\u00e4u\u00dfert, dort solle auch eine Kita und mehr entstehen. Aus unserer Sicht einfach nur ein plumper Versuch der Sch\u00f6nf\u00e4rberei. Gegen\u00fcber der Zeitung behauptete Stroetmann dann gar, die besonders wertvollen B\u00e4unme sollten erhalten bleiben, dabei war die Firma Stroetmann selbst die Auftraggeberin der gezielten Zerst\u00f6rung zahlreicher wertvoller gesunder \u00fcber 100j\u00e4hriger B\u00e4ume. Ein Armutszeugnis auch f\u00fcr den Journalismus, dass ein solcher Satz unwidersprochen in der Zeitung landet.<br>Der Vollst\u00e4ndigkeit halber sei erw\u00e4hnt, dass es in Kinderhaus mehr als genug Lebensmitteleinzelhandel gibt und ein Stadtteilkonzept besteht, was Ansiedlungen von Lebensmitteleinzelhandel am Idenbrockplatz vorsieht. Doch selbst wenn das nicht so w\u00e4re, w\u00fcrde sich f\u00fcr neue L\u00e4den und Kitas (und f\u00fcr jeden anderen PR-Gag, den Stroetmann sich ausdenkt) ein besserer Platz finden, als ein Wald. Ihn zu zerst\u00f6ren ist durch nichts gerechtfertigt.<br>Wer Wald f\u00fcr Bauprojekte zerst\u00f6rt, muss andernorts kompensieren. Auch damit reden sich viele Bauherren aus ihrer Verantwortung heraus. Aber der Klimawandel findet heute statt und bis eine neu gepflanzte Kompensationsfl\u00e4che auch nur ann\u00e4hernd die klimatischen und biologischen Eigenschaften des zerst\u00f6rten Biotops erreicht, dauert es im besten Fall Jahrzehnte, in vielen F\u00e4llen funktioniert es \u00fcberhaupt nicht. Zerst\u00f6rung kann nicht kompensiert werden, sie muss unterlassen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Nicht)-Verhalten von Stadt und Beh\u00f6rden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Stadt und die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden wissen seit Jahrzehnten ganz genau, was auf dem kleinen Waldgrundst\u00fcck passiert. Immer wieder haben die jeweiligen Eigent\u00fcmer*innen versucht, dort bauen zu d\u00fcrfen. In den 1980er-Jahren wurde das gerichtlich untersagt und Mitte der 1990er-Jahre wurde zum Bebauungsplan umfangreich erl\u00e4utert, warum der Wald wertvoll ist und gesch\u00fctzt. Bereits vor \u00fcber 20 Jahren fand statt, was wir auch heute beobachten: Getarnt als Forstwirtschaft wird der Wald weiter und weiter zerst\u00f6rt.<br>1996 hei\u00dft es in der (von der damaligen Oberb\u00fcrgermeisterin Marion T\u00fcns unterzeichneten) Begr\u00fcndung des Bebauungsplans : <\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Diese Ma\u00dfnahmen des Waldbesitzers haben mit einer ordnungsgem\u00e4\u00dfen Forstwirtschaft im Sinne des \u00a7 10 Abs. 1 Landesforstgesetz (LFoG) nach Auffassung des Forstamtes nicht das geringste gemein, da die dort formulierte und vorgegebene Ma\u00dfgabe, den Wald im Rahmen seiner Zweckbestimmung ordnungsgem\u00e4\u00df und nachhaltig zu bewirtschaften, nicht eingehalten wird.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Daran hat sich nichts ge\u00e4ndert: Auch heute spricht die zust\u00e4ndige Forstbeh\u00f6rde auf Nachfrage davon, Stroetmann habe die Grenzen des Zul\u00e4ssigen &#8222;ganz klar \u00fcberschritten&#8220;.<br>Obwohl direkte Nachbar*innen die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden direkt morgens bei Beginn der Rodungsarbeiten am 14. Dezember 2021 einschalteten, wurden die Arbeiten bis zum Abend fortgesetzt. Auf einer Fl\u00e4che, auf der seit Jahrzehnten bekannt ist, dass dort gezielt zur Waldabwertung illegal gef\u00e4llt wird. Auf die Beh\u00f6rden k\u00f6nnen wir uns offenkundig in dieser Frage nicht verlassen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unsere Antwort: Widerstand<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir wollen dem nicht tatenlos zugucken.  Solange sich der Wald im Besitz von Firmen oder Menschen mit Bauabsichten dort befindet, werden wir uns auf vielf\u00e4ltige Art gegen Baumf\u00e4llungen und Fl\u00e4chenversiegelung und f\u00fcr den Walderhalt einsetzen. Denn unsere \u00dcberzeugung ist: Der Wald muss langfristig gesch\u00fctzt werden. Wenn Stroetmann hier erneut Tatsachen zu schaffen versucht, werden wir uns den Maschinen in den Weg stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der ca 2,4 Hektar gro\u00dfe Wald an der Ecke Burloh\/ Grevener Stra\u00dfe in M\u00fcnster Kinderhaus ist gef\u00e4hrdet, weil die Firma Stroetmann, der das Grundst\u00fcck geh\u00f6rt, dort bauen m\u00f6chte. Wir stellen uns entschieden gegen diese Pl\u00e4ne. 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